Keychron K2 mit zur Hälfte angebrachten Keycaps

Keychron K2 Test: Perfekte Tastatur für Mac (und Windows)?

Auch wenn häufig mechanische Tastaturen etablierter Hersteller die meiste Aufmerksamkeit bekommen, so gibt es doch immer wieder kleinere Hersteller, die es schaffen, hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen, die den großen Konkurrenten in nichts nachstehen. Oft sind diese zudem preislich attraktiver, da man nicht draufzahlen muss, um das Produkt einer bestimmten etablierten Marke zu bekommen. In diese Kategorie fällt auch die K2 des Herstellers Keychron, die wir uns heute in unserem Keychron K2 Test etwas genauer anschauen.

Keychron K2 mit Originalverpackung

Der Hersteller ist sehr jung, konnte aber mit seinen Tastaturen schon einige Erfolge auf Kickstarter feiern. Mittlerweile wurde das Sortiment erweitert und ist nicht mehr nur über die Crowdfunding-Plattform verfügbar. Die K2 ist dabei eine der kleineren Tastaturen im „Tenkeyless“-Format und verfügt über 84 Tasten. Die Pfeiltasten und Funktionstasten sind direkt neben den anderen Tasten integriert, um so für ein noch kompakteres Format zu sorgen. Neben der K2 sind von Keychron unter anderem auch die Keychron K4*, eine 96%-Tastatur im kompakten Design, und die Keychron K6*, eine minimalistische 60%-Tastatur verfügbar.

Was die Tastatur für mich jedoch so besonders macht: Sie ist so ziemlich die einzige kabellose mechanische Tastatur, die sowohl mit Windows als auch mit Macs voll kompatibel ist und neben weißer Beleuchtung zudem auch noch die Option auf RGB-Beleuchtung bietet. Außerdem setzt sie auf den aktuellen USB-C-Standard, der sich leider immer noch nicht überall komplett durchgesetzt hat. Somit war für mich klar, dass ich diese Tastatur testen muss, auch wenn man das deutsche Layout derzeit nur direkt beim Hersteller über dessen amerikanische Seite beziehen kann.

Keychron K2 neben Keycaps und Pflanze Keychron K2 mit blauen Switches

Verpackung und erster Eindruck: Ist die Keychron K2 ihr Geld wert?

Nach gut zwei Wochen kam das Päckchen mit der Tastatur, das direkt aus China verschickt wurde, endlich bei mir an. Leider sah man ihm auch an, dass es aus China kam, denn die Tastatur war nicht, wie bei uns üblich, in einem Versandkarton verpackt, sondern einfach mit großen Luftpolstern umwickelt, um Versandmaterial zu sparen. Außer ein paar Dellen an der Verpackung der Tastatur hatte diese die Reise jedoch schadlos überstanden. Neben der Tastatur befindet sich ein USB-C auf USB-A-Ladekabel, ein Werkzeug zum Entfernen der Keycaps und Wechselkeycaps für Mac und Windows in der Verpackung. Zudem ist eine Anleitung und ein Übersichtsblatt über die verschiedenen Tastenkombinationen beigelegt.

Der erste Eindruck der Tastatur ist durchweg positiv. Sie wirkt stabil und lässt sich nicht verwinden, was sehr für die Qualität der verbauten Materialien spricht. Im Gegensatz zu anderen mechanischen Tastaturen ist sie zudem recht leicht und kann dadurch noch besser transportiert werden. Optisch gefällt mir das schlichte Design mit grauen Keycaps und den beiden orangenen Akzenten links und rechts oben.

Keychron K2 mit orangenem Keycap

Die Einrichtung der Keychron K2 erfolgte problemlos und ist auch intuitiv ohne Anleitung möglich. An der Seite der Tastatur befinden sich zwei Schalter. Einer zur Wahl zwischen Windows und macOS, ein weiterer zur Wahl zwischen „Off“, „BT“ und „Cable“. Es ist also möglich, die Tastatur sowohl per Bluetooth als auch per Kabel mit einem Computer zu verbinden. Die Verbindung per Kabel funktioniert einwandfrei, jedoch dürften die meisten User wegen der Bluetooth-Funktionalität zur K2 greifen.

Hier sticht vor allem heraus, dass man durch die entsprechende Tastenkombination nahtlos innerhalb von einer Sekunde von einem Gerät zum nächsten Wechseln kann. Dadurch kann man die Tastatur auch sehr gut mit mehreren Geräten verwenden. Dabei lassen sich bis zu drei Verbindungen auf dem Gerät speichern, darunter natürlich Mac- und Windows-Computer, aber auch Tablets und Smartphones.

Keychron K2 Seitansicht mit Anschlüssen

Die Keychron K2 im Alltag

In meinem Alltag habe ich die Keychron K2 immer kabellos verwendet, wodurch der 4.000mAh fassende Akku, der laut Hersteller für bis zu 240h Tippen ohne Beleuchtung reicht, natürlich gefordert war. Standardmäßig hat die Tastatur eine automatische Abschaltung aktiviert, durch die sich das Gerät nach zehn Minuten Inaktivität ausschaltet. Erst nach einem erneuten Tastendruck verbindet sich die Tastatur mit dem zuletzt genutzten Gerät. Damit erreichte ich trotz eingeschalteter Tastaturbeleuchtung eine Laufzeit von mehreren Wochen. Jedoch war ich oft genervt, dass sich die Tastatur nach Inaktivität erst wieder neu mit dem genutzten Gerät verbinden musste, auch wenn dies innerhalb von 2-3 Sekunden erledigt ist; trotzdem wird der Arbeitsfluss dadurch unterbrochen.

Hier fände ich es sinnvoll, wenn man die Zeit bis zur Abschaltung individuell einstellen könnte. Mir zum Beispiel wäre eine halbe Stunde deutlich lieber gewesen. Da dies jedoch nicht möglich ist, blieb mir nichts anderes übrig, als die Auto-Abschaltung komplett zu deaktivieren. Dadurch wurde mein Arbeitsfluss nicht mehr unterbrochen, jedoch war der Akku natürlich deutlich schneller leer. Bei ausgeschalteter Tastaturbeleuchtung waren zehn Tage drin, mit der Beleuchtung auf der dunkelsten Stufe immerhin noch eine knappe Woche – sicher keine Top-Laufzeiten, jedoch durchaus brauchbar. Ich finde es zudem absolut akzeptabel, meine Tastatur einmal pro Woche zu laden, wenn ich dafür auf Kabel und Auto-Abschaltung verzichten kann. Außerdem kann die Tastatur natürlich über Nacht oder zu anderen Zeiten, wenn sie überhaupt nicht genutzt wird, komplett ausgeschaltet werden.

Keychron K2 ohne Keycaps Nahansicht

Tippen auf der Keychron K2: Gateron-Switches als Alternative zu Cherry MX

Im Gegensatz zu vielen anderen höherpreisigen Herstellern setzt Keychron nicht auf Cherry MX-Switches. Stattdessen werden Gateron-Switches verbaut. Ich habe mich für die Version mit blauen Switches entschieden und bin absolut zufrieden damit. Der Druckpunkt ist zum Schreiben perfekt und dank der klickenden Switches kommt Schreibmaschinen-Feeling auf – mir gefällts. Wer jedoch eher auf leisere Switches steht, hat bei der Keychron K2 zusätzlich die Wahl zwischen roten (linearen) und braunen (taktil-leisen) Switches. Einen Soundtest findet ihr im eingebundenen Video. Dank N-Key Rollover (im Kabelmodus) werden zudem alle Eingaben immer zuverlässig erfasst. Ich hatte jedoch auch im kabellosen Modus nie Probleme, dass Eingaben verschluckt wurden.

Bei der Tastaturbeleuchtung habe ich mich für die Standardbeleuchtung in Weiß entschieden. Wer es gern etwas bunter hat, wird sich jedoch über die Version mit RGB-Beleuchtung freuen, die nur 10 Dollar mehr kostet. Für einen Aufpreis von nochmals 10 Dollar kommt die Tastatur sogar mit Aluminiumrahmen daher. Jedoch wirkt sie, wie bereits erwähnt, auch mit einem Rahmen „nur“ aus Plastik sehr stabil und wertig. Die Version mit weißer Beleuchtung verfügt über elf verschiedene Modi, die RGB-Version standesgemäß über etwas mehr, hier gibt es 18 verschiedene Leuchtmuster. Im Video des Herstellers könnt ihr euch diese noch einmal etwas genauer anschauen. Egal ob farbig oder nicht, erfüllt die Tastaturbeleuchtung jedoch zu jeder Zeit ihren Zweck. Direkt an der Tastatur kann man vier verschiedenen Helligkeiten einstellen oder die Beleuchtung komplett ausschalten.

Was mit nicht gefallen hat

Da ich mit der Keychron K2 wirklich sehr zufrieden bin, habe ich mich bis jetzt fast ausschließlich positiv zur Tastatur geäußert. Jedoch gibt es trotzdem einige Kritikpunkte, die ich nicht optimal finde und die vom Hersteller eventuell überarbeitet werden sollten. Allem voran muss hier der Akku erwähnt werden, der zwar keineswegs schlecht ist, jedoch gerne auch noch etwas länger durchhalten dürfte – vor allem auch da die Version mit weißer Tastaturbeleuchtung über keine genaue Akkustandsanzeige verfügt. Hier gibt es lediglich drei Stufen, so dass man nur sehr schwer sagen kann, ob man noch 30% Akku hat oder die Tastatur in den nächsten fünf Minuten keinen Strom mehr hat.

Eine Warnleuchte hilft zwar als Erinnerung zum Aufladen, eine etwas genauere Anzeige wäre aber trotzdem wünschenswert gewesen. Zudem finde ich die Zeit für die Auto-Abschaltung mit zehn Minuten etwas zu kurz geraten. Wenn man diese individuell einstellen könnte, beziehungsweise wenn die Zeit etwas länger gewählt wäre, könnte man die Tastatur im Alltag reibungsloser benutzen und sie würde sich erst ausschalten, wenn dies wirklich Sinn macht.

Keychron K2 oranges Keycap vor Tastatur

Ein kleiner weiterer Kritikpunkt ist für mich der Ein-/ und Ausschalter, der links am Gehäuse der Tastatur angebracht ist. Hier ist es leider so, dass „Aus“ in der Mitte des Schalters ist, wodurch es schwierig ist, die Tastatur schnell auszuschalten, ohne einen Blick auf den Schalter werfen zu müssen. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn man den Schalter zum Ausschalten ganz nach oben oder unten hätte schieben können.

In anderen Reviews der Keychron K2 wurde ab und zu bemängelt, dass sich der Ladeport der Tastatur an der linken Seite befindet. Das fand ich in meinem Setup sogar praktischer, da das Kabel nicht direkt auf den Standfuß meines Monitors zulief. So konnte es während der Verwendung optisch schöner am Monitor vorbeigeführt werden. Auch die oft beklagte zu hohe Höhe der Tastatur stellte für mich kein Problem dar, da meine vorherige Tastatur ähnlich hoch war. Schmerzen in den Handgelenken hatte ich demnach nie, jedoch ist auch eine Handballenauflage aus edlem Holz verfügbar. Zudem hat der Hersteller die Tastatur mittlerweile überarbeitet, wobei die zweite Version nicht mehr so hoch ist wie die erste, auf der dieser Testbericht basiert.

Keychron K2 ohne Keycaps vor Pflanze

Kurzüberblick und Fazit

Bevor ich zu meinem Fazit komme, möchte ich hier noch einmal kurz die wichtigsten Punkte zur Keychron K2 übersichtlich auflisten:

  • mit Mac und Windows voll kompatibel
  • weiße oder RGB-Beleuchtung
  • Verwendung kabellos oder mit Kabel
  • USB-C-Ladeport
  • blaue, braune oder rote Gateron-Switches

Insgesamt kann ich nur eine klare Kaufempfehlung für die Keychron K2 aussprechen. Für mich persönlich sind die Kritikpunkte minimal, die Vorteile überwiegen klar. Vor allem die 100%ige Mac-Kompatibilität als eine der wenigen kabellosen mechanischen Tastaturen überzeugt mich. Außerdem ist der Preis der K2 mit rund 58 Euro (+ Versand nach Europa) für die Version mit weißer Beleuchtung sehr moderat angesetzt. Dadurch wird die Tastatur zum absoluten Preis-/Leistungstipp. Unter dem folgenden Link könnt ihr euch die Keychron K2 auf der Herstellerseite etwas genauer anschauen. Dort ist auch eine Vielzahl an Tastaturen in anderen Formaten verfügbar, so dass jeder auf seine Kosten kommt.


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Keychron K2 in Originalverpackung

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